„Die ersten Tage waren die schwersten, denn ein Arbeitstag ist länger als ein Schultag“, erzählt Melina Czipull, die in der Steuerberatungskanzlei von Sönke Klopfer, Große Straße 30 in Jübek, vor ein paar Wochen ihre Ausbildung begonnen hat. Doch die junge Frau hat durchgehalten. Ihr Berufswunsch stand bereits nach einem Praktikum in einem Steuerberatungsbüro fest: Melina möchte Steuerfachangestellte werden. Sie mag Zahlen und die Arbeit mit dem Computer. Melinas Mutter fragte bei Sönke Klopfer nach, ob ihre Tochter bei ihm noch ein weiteres Praktikum machen könne, und war überrascht, als dieser das ablehnte, dann aber einen Ausbildungsplatz anbot. Sönke Klopfer war auf der Suche nach einer Auszubildenden, die den Biss hat, diese schwierige Ausbildung durchzuziehen.
Der Steuerberater erklärt: „Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ist der schwerste Kaufmannsgehilfenbrief, den man ablegen kann.“ Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ist deshalb so anspruchsvoll, weil zirka 60 Prozent der Steuerliteratur der Welt in deutscher Sprache geschrieben ist und man bei der Abschlussprüfung auf alles vorbereitet sein muss. Zwar bedeutet es für die Arbeit aller im Steuerbüro Klopfer Mehrarbeit, wenn es eine Auszubildende gibt.
Aber Sönke Klopfer hat Freude daran, ihr Dinge beizubringen, weil sie sehr engagiert sei. Außerdem weiß er sehr zu schätzen, dass mit der jungen Auszubildenden auch neue Ideen in ein eingespieltes Team kommen, das zusätzlich seit dem 1. September durch eine junge Mit-arbeiterin im Bereich Lohn- und Finanzbuchhaltung vergrößert wurde. Melina nickt und berichtet, dass sie immer wieder „Fragen aus dem Nichts“ von ihrem Chef gestellt bekommt und sie die Herausforderung gerne annimmt. Sönke Klopfer möchte damit erreichen, dass sie sich über Begrifflichkeiten und Abläufe eigenständig Gedanken macht und nicht wie in der Schule nur mit Wissen „gefüttert“ wird. Auch den Klassiker – einen Karton mit Belegen zu sortieren und herauszufinden, wie man sinnvoll Ordnung hineinbringt – hat Melina gut gemeistert.
Inzwischen hat für sie auch die Berufsschule angefangen („Auf Religion und Sport habe ich nur wenig Lust“). Aber Melina nimmt auch diese Fächer auf sich, denn sie weiß, dass sie einen Beruf erlernt, der sie mit vielen unterschiedlichen Menschen und deren Steuerpflichten in Verbindung bringen wird und ihr viele Möglichkeiten mit interessanten Tätigkeiten bietet.
Auf die Tage im Steuerbüro freut sich die angehende Steuerfachangestellte hingegen immer sehr: „Die Mitarbeiter sind alle hilfsbereit, und die Stimmung ist sehr gut.“
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Quelle: Wochenschau vom 20.09.26 (https://www.lokale-wochenzeitungen.de/wochenschau/schleswig/e-paper/)